Name:
In Urkunden ab dem 12. Jahrhundert werden die Namen Kesnach,
Chesnach,Chezznach, Kezzena, Chesna, Chezzinaha genannt, um-
gangssprachlich: Kessa.Die Nachsilbe -nach, -ach, aha weist
auf Wasser hin (althochdeutsch aha,lat. aqua). Im Wortstamm
steckt möglicherweise ein Personenname, wohl "Kezzo".
Der Name Kößnach könnte somit als "Bach des Kezzo" übersetzt
werden.
Urkundliche Erwähnung:
Um das Jahr 1120 übergibt Chuno de Puhcseh (Pichsee) einen
Hof in Kößnach an die Kirche St. Peter zu Oberalteich.
In dieser Zeit werden große Gebiete links der Donau von den
Regensburger Domvögten und den Grafen von Bogen beherrscht.
Diese Familien sind Linien der sogenannten Ascuin-Sippe, die
zum alteingesessenen Hochadel des Donaugaues um die Jahr-
tausendwende gehört. Der genannte Chuno stammt ebenso aus
dieser Sippe wie Fridericus de Chesnach und Conradus de Kez-
ena(vor 1148), Altmann de Chezzinach (um 1147), Eberhardus
de Kezzena (zwischen 1141 und 1191) und Odalric de Chez-
zinaha (1182).
Besitzung und Zugehörigkeit:
In zahlreichen weiteren Urkunden aus der Zeit vom 13. bis zum
17. Jahrhundert geht es um Besitzung in Kößnach, welche die
Klöster Oberalteich und Windberg, das Hochstift Regensburg,
die Bayerischen Herzöge, die Saulburger, die Wisenter, ver-
schiedene Regensburger und Straubinger Bürger und die Kirche
zu Kößnach innehaben.Auch Kößnacher Bewohner, wie "Andre der
Schmid zu Chesnach" (1446) werden erwähnt. Als mit dem Aus-
sterben der Grafen von Bogen 1242 deren Besitzungen an die
nächste Blutsverwandtschaft, nämlich die Bayerischen Herzöge
übergeben, wird eine Neuordnung der Verwaltung notwendig. Das
Gebiet wird in mehrere Landgerichte eingeteilt. Kößnach gehört
nunmehr zum Landgericht Mitterfels. Ein Urbar (Güterbeschreib-
ung) des Kastenamtes Mitterfels von 1555 beschreibt auch das
Amt Kößnach. Bei der Einteilung des Königreichs Bayern nach
Kreisen im Jahr 1808 kommt das Landgercht Mitterfels und damit
das amt Kößnach zum Regenkreis. Bereits zwei Jahre später er-
folgt im Zuge einer Verwaltungsvereinfachung eine Reduzierung
der Kreise, wobei das Landgericht Mitterfels jetzt zum Unter-
donaukreis, dem späteren Niederbayern, fällt. Mit einer Verord-
nung vom 9.Oktober 1838 wird die Gemeinde Kößnach vom Landge-
richt Mitterfels getrennt und dem Landgericht Straubing zuge-
teilt. Die Bildung von Gemeinden war im Königreich Bayern be-
reits 1808 angeordnet worden. Es dauerte aber noch viele Jahre,
bis aus den früheren Ämtern und Steuerdistrikten funktionier-
ende Gemeinden geform werden konnten. Für Kößnach sind jeden-
falls erst ab 1876 Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister nachweisbar.
Mit der Gemeindegebietsreform von 1978 (ab 1. Mai) wird die Ge-
meinde Kößnach aufgelöst. Kößnach ist seither Teil der neuge-
bildeten Großgemeinde Kirchroth.
Orte der Umgebung:
Pittrich: Pittrich wird erstmals im Jahr 1294 urkundlich er-
wähnt.Bischof Heinrich von Regensburg und Herzog Otto halten ein
gemeinsames Schiedsgericht ab, und zwar an einem "Platz bey dem
Pütreich". Ebenso wird das "Puetreich" als Platz oder Flurbe-
zeichnung im sogenannten "Gelben Stadtbuch" von Regensburg ange-
sprochen, wo am 21. Dezember 1340 ein Schiff beraubt wird. Da-
durch erleiden etlich Regensburger Kaufleute Warenverluste im
Wert von 24 Pfund Regensburger Pfennige. Als Ansiedlung wird
Pittrich erstmals 1382 erwähnt, es gehört zur Herrschaft Wörth
innerhalb des Hochstifts Regensburg. Ab 1440 tauchen Pittricher
Bauern und Fischer vermehrt in Urkunden auf und das Salbuch der
Herrschaft Wörth von 1470 führt 6 Bauern, 6 Söldner (Sölde ist
ein kleiner Besitz und hat hier nichts mit dem Kriegshandwerk
zu tun) und 4 Fischer als Pittricher Bewohner auf. Mit der Bild-
ung des Landgerichts Wörth aus der Herrschaft Wörth kommt Pitt-
rich zum Steuerdistrikt Kirchroth. Die offizielle Gemeindebild-
ung in diesem Landgericht erfolgt 1818, so auch für Pittrich.
Die Gemeinde gehört bis 1837 zum Regenkreis, dann zur Oberpfalz,
die aus dem Regenkreis hervorgegangen war. Im Jahre 1880 wird
die Gemeinde Pittrich "von der Distriktsgemeinde Wörth abge-
trennt und der Distriktsgemeinde Straubing zugeteilt" und kommt
somit von der Oberpfalz nach Niederbayern. Pittricher Bürger-
meister lassen sich ab 1889 nachweisen. 1964 wird die Gemeinde
Pittrich aufgelöst und an die Gemeinde Kößnach angeschlossen,
übrigens nach einem seit 1909 dauernden Behördenprozess.
Pichsee: Erstmals ist 1115 ein Routlant de Bouhse als Zeuge in
einer Traditionsnotiz des Hochstiftes Regensburg erwähnt. Pich-
see ist in dieser Zeit Ministerialensitz der Regensburger Dom-
vögte, ab Mitte des 12.Jh. der Grafen von Bogen. Grabungen von
Karl Stecher, Kirchroth, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt
für Denkmalpflege im Frühjahr 2003 haben eine Baiuwarische Grab-
stätte aus der Zeit um 400 v.Chr. ergeben. Die Ansiedlung Pich-
see, an der Mündung eines Baches (Kößnach?) in die
Donau oder einen Donauarm gelegen, ist also bedeutend älter, als
es die erste urkundliche Erwähnung erkennen lässt. Vom 12. bis
zum 18.Jahrhundert gehört Pichsee als Hofmark (Gut, Meierhof)
dem Deutschorden in Regensburg. In einer Gutsbeschreibeung aus
dem Hofanlagenbuch von 1760 wird Pichsee mit 3 Anwesen be-
schrieben.
Neudau: In der "Statistischen Beschreibung" des Landgerichts
Mitterfels von 1759 erscheint Neudau als "gefreiter Sitz" zum
Gotteshaus Kößnach gehörig. 1809 besteht es aus einem Anwesen
mit "11 Seelen" und gehört als Einöde mit der Hausnummer 46 zum
Amt Kößnach im Landgericht Mitterfels.
Diese Chronik wurde von Johann Gold aus Kößnach zusammengestellt